Schwarze Kassen und weiße Westen
13.10.2001
Schwarze Kassen und weiße WestenKabarett-Festival im Gaukönigshöfer Haus der JugendGAUKÖNIGSHOFEN (LIRE) Einen ganz schön langen Atem haben die Jugendlichen in der Katholischen Landjugendbewegung im Ochsenfurter Gau. Seit 13 Jahren organisieren sie das Kabarettfestival im Haus der Jugend in Gaukönigshofen. In diesem Jahr konnten Stefan Höfner (Gaukönigshofen), Thomas Langer (Sonderhofen) und Conny Bätz aus Aufstetten "Klaus Hübner & Frohsinnscombo" aus Thalmässing und die "Rotstifte" aus Würzburg verpflichten. Das graphisch, farblich und inhaltlich sehr ansprechende Plakat zur Veranstaltung stammt von Julia Hümmer aus Goßmannsdorf. Der Funke wollte nicht so recht überspringen beim Auftritt von Klaus Hübner und seinen beiden Mitstreitern. Waren es die "Männergeschichten", die im wesentlichen Inhalt der einzelnen Beiträge waren, oder das Niveau, das leider des öfteren dem der Nachmittags‑Talkshows ähnelte, oder der harte mittelfränkische Dialekt, der es dem Publikum schwer machte, die Texte und Lieder zu erfassen. Ganz anders der Auftritt der "Rotstifte". Vom ersten Moment an wurde das Publikum mitgerissen von den spritzigen mit viel Wortwitz vorgetragenen Beiträgen. "Frisch gestrichen" nennen die sieben Frauen und vier Männer ihr Programm. Dabei ist gestrichen im doppelten Sinne des Wortes zu verstehen. Bereits im ersten Programmteil nach dem Vorstellungslied wurde der Wahnwitz des "Streichkonzertes" im Kulturbereich deutlich. Faszinierend der Dirigent vor dem imaginären Orchester und der cool agierende verbliebene letzte "Streicher" des Klangkörpers. Das politische Farbenspiel mit verblüffenden Pointen und der Auftritt bekannter Politiker, hervorragend die Idee mit den "Masken" der betreffenden Personen, belohnte das Publikum mit einem ersten Beifallsturm. Da war die Rede von schwarzen Kassen und weißen Westen, weißblauen Amigos und rosaroter Lotusfarbe. Musikalisch überzeugend der Nachruf auf die D-Mark und der Ausblick auf den Euro. Logischerweise war auch der "Kampf der Geschlechter" ein lohnendes Thema für die Akteure. Da wurde gefragt "Wann ist der Mann ein Mann?", oder die Männer gaben die Empfehlung "Frauen fahren besser - mit Bus und Bahn", die in lautem Buhrufen der weiblichen Zuschauer fast unterging. Der gelungene Auftritt wurde vom Publikum mit tosendem Applaus bedacht. Die "Rotstifte" wurde erst nach mehreren Zugaben von der Bühne entlassen. |
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