Die Lachmuskeln wurden arg strapaziert
03./04.10.2000
"Live" dabei war das Publikum bei einer Operation im "Hospital des Glücks" (Foto: Lena Götz) Die Lachmuskeln wurden arg strapaziert"Die Rotstifte" schossen in der Küpser Turnhalle viele humoristische Pfeile abKüps (lego). "Frisch gestrichen", "Frisch gestrichen", "Frisch gestrichen", überall standen diese beiden Worte am Freitag auf Plakaten in der Festhalle im Schulzentrum Küps geschrieben. Doch damit wurde nicht etwa auf einen neuen Anstrich des Schulgebäudes hingewiesen. Nein, so lautete das aktuelle Programm der Kabarettisten "Die Rotstifte", die das Publikum mit viel Witz, Gesangseinlagen und einfallsreichen Gags knapp zweieinhalb Stunden begeisterten. Veranstaltet wurde der Abend vom Evangelischen Bildungswerk Kronach-Ludwigsstadt-Michelau, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert. Einen amüsanten Abend wünschte daher die 1. Vorsitzende des Bildungswerkes, Anne Salzbrenner, zu Beginn der Veranstaltung. "Dieses Kabarett ist ein nichtiges Highlight im Vergleich zu unseren anderen Veranstaltungen", meinte der Geschäftsführer und Pädagogische Leiter Joachim Wegner begeistert in der Pause. Mit dieser Meinung stand er wohl nicht alleine da, denn auch alle anderen rund 120 Zuschauer zeigten sich begeistert von der 13-köpfigen , Gruppe aus Unterfranken. Vor allem die Lachmuskeln waren am Freitagabend stark gefordert. "Jeder Rotstift, der muss streichen", hieß es in ihrem selbst getexteten Lied "Frisch gestrichen" gleich zu Beginn des Abends. "Streichen", so Claudia Lanig von den Rotstiften, "war die Grundidee zu unserem aktuellen Programm, , das wir seit Mai aufführen." Denn mit Streichen könne vieles, gemeint sein - Anstreichen,. Wegstreichen, Überpinseln und, und, und. Folglich sprach das umfangreiche selbst entwickelte Programm die verschiedensten Themenbereiche an. Erstes Opfer war die Kirche: Die Pfarrer hatten sich verselbstständigt, die Sünden konnten durch das Streichen der Kirche bereinigt werden und ein Gottesdienstbesuch kostet Geld. Tja, Kirche als Geschäft, mit dieser orginellen Idee brachten die" Rotstifte" das Publikum gleich zu Beginn richtig zum Lachen. Aber keine Angst, nicht nur die Kirche wurde von den Unterfranken auf den Arm genommen. Auch der "Dicke", alias Helmut Kohl, bekam hinsichtlich. seines Umgangs mit Bimbes sein Fett ab. ja, Deutschlands große Politiker standen im ersten Teil des Programms ganz schön im Rampenlicht. Angela Merkel, Edmund Stoiber, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, alle kamen sie zur Farbberatung. Mit Ausnahme von Edmund Stoiber, der sich Dämmmaterial für den Bundestag besorgen wollte, waren alle auf der Suche nach einem Anstrich. Einen neuen, am besten für die CDU, Lotos-Farbe (von der alles abperlt). für Gerhard Schröder und seine Bundestagsgenossen und einen grünen Daumen für Fischer, damit man auch seine wahre Identität erkennt. Klar, dass sich bei derartigem politischem Kabarett das Publikum amüsiert zeigte. In der Männersauna, die im Anschluss folgte, machte man sich dann Gedanken über Emanzipation der Frau und den "neuen Mann" (der Mann, wie ihn die Frau sich wünscht). Wer weiß, vielleicht konnte der ein oder andere Mann unter den Zuschauern mit den Saunierenden mitfühlen. Zum Schluss durfte das Publikum sogar noch die auf der Bühne inszenierte Fernsehshow "Das Hospital des Glücks" hautnah miterleben, in welcher eine Operation "live" übertragen wurde. Durch ein Gewinnspiel konnte man dabei eine kostenlose Operation gewinnen. Das war's dann mit der Privatsphäre, wollten die "Rotstifte" wohl damit anzeigen. Am Ende bewunderten alle, was die "Rotstifte", die sich aus Lehrern, 'Krankenschwestern, Sozialpädagogen und Ingenieuren zusammensetzen, an diesem Freitagabend auf die Bühne gebracht haben. "Die Entwicklung des Programms war oftmals ein schwieriger demokratischer Prozess", meinte Bruno Kuhn nach der Aufführung. Die anspruchsvollen Gesangseinlagen erforderten außerdem viele, viele Proben. |
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