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1989
Geballte SangeskraftDie Rotstifte mit "Mords was (arbeits)los"WÜRZBURG. Wege aus der Arbeitslosigkeit? - "Social Sponsoring" schlagen "Die Rotstifte" vor, Schauwohnen in drei Schaufenstern bei Möbel Neubert gehört dazu. Nur Pech für den, der krank wird. Er steigt nach Meinung der Rotstifte in die zweite Liga ab: zu Möbel Engelhardt. "Mords was (arbeits)los" heißt das neue Programm der Musikkabarettisten, das sie im ausverkauften Würzburger Theater Ensemble uraufgeführt haben. "Die Rotstifte" rücken das Arbeitsamt in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens, wollen in lustiger Form einen Blick hinter die Kulissen gewähren. Dies gelingt. Ob Beratungsgespräche, Dienstbesprechungen, Szenen im Warteraum oder der Besuch der Arbeitsministerin. Einblicke in den Alltag der Beamten gibt's für die Zuschauer genug. Allein der Tiefgang fehlt. Die Witze sind teilweise platt, nach der Art "kenn ich schon", anvisierte Pointen schnell zu durchschauen oder zu schwach ausgearbeitet. Schade. Doch singen können "Die Rotstifte". Mehrstimmige Gesänge, ob a cappella oder von Synthesizer, Gitarre, Querflöte oder Saxophon begleitet, sind einfach gut. 13 Frauen und Männer auf der Bühne als geballte Sangeskraft. Das macht Laune und müde Witze wett. Gut abgestimmt auf die Sketche ist die Verkleidung der Akteure. Ob als pikierter arbeitsloser weiblicher Tennis-Profi im Raubtierdress, Unternehmer im feinen Zwirn oder Pullunder und billige Schuhe tragender Arbeitsamtsdirektor: wenig Aufwand inszeniert hier echtes Milieu. Resümee: Wer tiefgründiges Kabarett erwartet, wird enttäuscht, doch Kurzweil bieten "Die Rotstifte" allemal. Marcus Peters |
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